Haldensaga.

Nachtwanderung in Moers.

Gestern war es also soweit. Die Route die ich mir für mein Wanderdebüt ausgesucht hatte im Rahmen der Haldensaga 2011 sollte um 18 Uhr in Moers beginnen. Dieses Projekt ist vergangenes Jahr im Rahmen des Ruhr2010 Projektes entstanden und ich fand die Idee dahinter super interessant.

Im Ruhrgebiet gibt es ca. 30 Halden, welche künstliche Berge darstellen und noch aus der Zeit stammten in denen im Pott noch Kohleabbau betrieben wurde. Diese wurden bepflanzt und für Touristen und Wanderer aufgewertet. Auf jeder Halde kann man etwas Spezielles bestaunen und erleben.

Die HALDENSAGA lief unter dem Motto „Nachtwanderung für Städtebewohner“ und so machten mein Freund und ich uns bereit für eine lange Nacht. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt eine Nacht durchgemacht hatte und empfand daher schon diese Aussicht als Herausforderung. 8 Halden und entsprechende Routen standen zur Auswahl, je nachdem welches Objekt man zum Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang sehen mochte. Ich hatte mich nach langem Abwägen und Überlegen (ich kannte die Halden ja gar nicht!) für die Tour A2 entschieden.

15km, mittellange Tour und durchaus sportlich erschien mir ein guter Start um mal zu testen wie fit ich eigentlich war, wenn ich in ein paar Wochen meine Touren zum Malerweg planen wollte. Bereits bei meinen Recherchen kam es mir etwas komisch vor, dass man für 15km die ganze Nacht brauchen würde, aber ich kannte ja die Halden nicht und die Umgebung noch weniger. Da denkt man sich ja nichts bei. Zudem waren noch Guides und Geschichtenerzähler unterwegs angekündigt – warum also nicht 15 km auf 11 Stunden? Wenn ich das jetzt so schreibe, hätte ich wirklich eher stutzig werden sollen. Der Spaß hat im Übrigen 10 Euro plus 6 Euro Versandkosten von Eventim gekostet. Was gab es dafür?

  • Ein UKW Radio (Jippie! Wollte ich schon immer mal wieder haben so ein Retrogefühl :))
  • Oli unseren Guide Nummer 1 (! Danke Oli für die tolle Führung!)
  • Wasser und Äpfel an den Wartepunkten.
  • Einen Geschichtenguide im Park (und wir haben an einer Statue zuerst gewartet… Lach.)
  • Bodenfakeln.
  • Eine verstörende Radiosendung.

Der Treffpunkt in Moers war schnell gefunden und nach der Anmeldung haben wir uns alle um unseren Guide Oli gescharrt. Es gab für alle Radios und passende Batterien, denn zum Event sollte noch ein Radioprogramm folgen. Wir waren gespannt und verstauten die Geräte. Kurz nach 18 Uhr ging es dann auch los – 31 Leute plus ein Guide. Der Weg war sehr gut ausgeschildert und so mussten wir nur den orange-grünen Markierungen folgen – wobei unser Richtungspfeil der Grüne war.

Abbildung 1 Unsere Gruppe auf dem Weg zur ersten Halde

Abbildung 2 HALDENSAGA die Wegmarkierung

Laut Programm hatten wir Zeit von 18 bis 20 Uhr unser erstes Ziel die Halde Rheinpreußen mit einem Geleucht zu erreichen. Wir waren bereits kurz nach 19 Uhr dort. Die Gruppe war gut zu Fuß und wir hatten ein angenehmes Tempo drauf, was den Weg dorthin angenehm gestaltete.

Abbildung 3 Unterwegs zur Sonnenuntergangshalde

Abbildung 4 Bisschen Grün war unterwegs auch zu sehen

Abbildung 5 Hinauf auf die Halde zum Geleucht

Abbildung 6 Das Geleucht

Wir waren die erste Gruppe auf der Halde und hatten MASSIG Zeit uns die Umgebung anzusehen. Wenn ich von MASSIG schreibe, dann meine ich auch MASSIG. Von 19 Uhr bis 21:30 Uhr! Zweieinhalb Stunden konnten wir Bilder aus allen möglichen Himmelsrichtungen von der Halde schießen. Da es oben recht windig war mussten wir uns über die lange Wartezeit irgendwie warm halten und so sind wir um der Halde rum noch ein paar andere Wege entlanggewandert.

Abbildung 7 Erster!

Abbildung 8 Ein Blick in die Umgebung

Abbildung 9 Unser erstes Basislager

Abbildung 10 Unsere Gruppe macht sich einen Überblick

Abbildung 11 Unsere Gruppe macht sich noch immer einen Überblick

Abbildung 12 Die Umgebung

Abbildung 13 Der Waldsee

Wir hatten Glück, dass sich das Wetter deutlich gebessert hatte und tatsächlich noch die Sonne etwas rauskam. Es war zwar windig, aber wir blieben trocken. Was ein Glück! Trotzdem haben wir hier 5 Leute aus der Gruppe „verloren“. Das lange Warten war ohne Programm und Zwischenbeschäftigung zuweilen wirklich langweilig.

Aber um 21:30 Uhr ging es ja dann los! Das langerwartete Radioballet sollte beginnen und ich war sehr gespannt. Die „Serenade für acht Halden“ von LIGNA sollte zur gleichen Zeit auf allen Sonnenuntergangshalden gespielt werden und uns in die Nacht verabschieden. Ich setzte also meine Kopfhörer auf und war mit jedem Wort das ich hörte verstörter. Ich dachte, dass gleich ein Zeuge Jehovas aus dem Gebüsch springt und uns alle mit einem UFO entführt so skurril war das alles. Wir haben uns mit der Erde vorbewegt, wir haben sie angehalten, wir sind eins mit ihr geworden, haben mit der Halde gesprochen und sind ein Stein von ihr geworden. Das alles war für mich zu viel für einen Abend und die Stimmung kam nicht so richtig auf, da irgendwie auch etwas fehlte… das entscheidende Element – der Sonnenuntergang! Es war so bewölkt, dass man die Aktionen eigentlich nur mitgemacht hatte um nicht noch mehr zu frieren. Zu den Bildern müsste man jetzt den Ton im Ohr haben, aber ich denke sie wirken auch so irgendwie … wie nicht von dieser Welt.

Abbildung 14 Gib deinem Partner die linke Hand, stelle dich mit deinem neuen Namen vor und strecke die rechte Hand nach außen aus.

Abbildung 15 Greift euch mit der Hand jetzt eine weitere Person in der Nähe.

Abbildung 16 Geht nach Vorne, geht nach Hinten und Springt!

Abbildung 17 Hops!

Abbildung 18 Freut euch! Juhu!

Abbildung 19 Freut euch noch mehr! Juhu hoch 2!

Abbildung 20 „Hallo, ich bin die Halde. Ihr könnt mich hören, aber ich höre euch nicht.“

Abbildung 21 Fallt um! Patsch. Wie hörig muss man einer Halde eigentlich sein?

Abbildung 22 Nehmt eure Taschenlampen und leuchtet in den Himmel. Markiert den Punkt wo der erste Stern aufgehen wird.

Nach allerlei skurrilen Tätigkeiten zu denen uns die Halde animiert hatte, war es dann auch endlich dunkel geworden. Man hat die Sonne zwar nicht direkt untergehen sehen, aber jetzt war der Höhepunkt nicht mehr weit. Das Geleucht sollte leuchten! Dies geschah dann auch begleitet von Freudenrufen und Applaus. Geschafft! Sie leuchtet. Schnell noch Bilder gemacht und dann wieder ab in Bewegung – wird auch Zeit. Die Glieder waren schon halb steif.

Abbildung 23 Das Geleucht in Puff-Rot. Ein schöner Anblick.

Abbildung 24 Das Geleucht – ein schöner Anblick gegen den dunkelblauen Himmel.

Abbildung 25 Das Geleucht. Die letzten Mitglieder der Gruppe kommen zum Sammelpunkt.

Nachdem jeder seine Motivsuche befriedigen konnte, sammelten wir uns wieder um unseren Guide herum um weiter in die Nacht zu ziehen. Endlich begann die Nachtwanderung! Wir freuten uns und waren gespannt.

Abbildung 26 Unser Guide Nummer 1 – der Oli machte einen super Job.

Abbildung 27 Tschüss Geleucht!

Nachdem wir die Halde verließen führte uns der Weg der nächsten Etappe nur noch durch die Städte Eick Ost und Eick West. Kein Wald sondern nur Asphalt und ich hatte mir schon Sorgen wegen dem Regen und durchweichten Waldboden gemacht. Ganz unbegründet. Nachdem wir die 4km zum Geleucht in knapp einer Stunde erledigt hatten, machte ich mir nicht viele Illusionen die kommenden 5 Kilometer bis zum Nachtrastplatz in relativ ähnlicher Zeit zu schaffen. Viel Wandercharakter hatte die Tour bisher nicht, aber wir machten und hofften das Beste.

Wie vorhergesehen waren wir sehr schnell am Nachtrastplatz. Unterwegs sollte an einem Denkmal ein Erzähler auf uns warten, aber wie sich herausstellte hatten wir nur vergeblich an dem falschen Denkmal gewartet. Wer kann auch schon ahnen, dass das Ritterdenkmal nicht gemeint war, sondern der Park das besagte Denkmal darstellen sollte? Hier gab es jetzt eine kleine Geschichte zu der Entstehung des Parks. Dass es sich um einen Kurort gehandelt hatte und man Frauen und Männer getrennt hatte. Deswegen eine Mauer dort gezogen wurde und Hecken das ganze optimierten. Auch war der Erschaffer des Ortes ein Verfechter der Freikörperkultur und so rannten Frauen und Männer nackt durch die Anstalten (deswegen der Sichtschutz!) und dass man sich am besten auf dem Waldboden bettete, denn dann komme man nicht so leicht darunter. Welch weise Worte.

In diesem Augenblick begann der Regen und wir machten uns auf zu den Zelten mit der Verpflegung (Wasser und abgepacktes Wasa. Das Wasa schmeckt nicht…) und dann unter den Pavillon wo Bänke aufgestellt waren und kleine Bodenfakeln für Licht und etwas Wärme sorgten. Zum Glück waren wir die erste Gruppe und hatten so noch alle einen Platz gefunden. Jede andere Gruppe die während der Nacht zu uns stieß hatte es schwerer. Schließlich lagen viele aneinander gekauert in der Mitte auf den Boden des Pavillons (besser als darunter!). Es regnete wie aus Eimern und der Pavillon war weder Windgeschützt noch wirklich wasserdicht.

Der Höhepunkt war dann, dass es erst um 3 Uhr weitergehen sollte. Wir saßen also in der Kälte bei Regen und Wind schon wieder nur dumm rum. Das war langsam wirklich nicht mehr schön. Zumal wir schnell da waren und so ganze 4 Stunden da überbrücken mussten. Das war nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich wollte eine Nachtwanderung und bekam ein Nachtabsitzen, ein Nachtlangweilen, einen Stadtspaziergang der nicht wirklich dunkel war… wie enttäuschend! Hätte man wenigstens für Unterhaltung gesorgt, wie zum Beispiel ein richtiges Lagerfeuer und jemand mit einer Gitarre oder einer Schnitzeljagd für Unterwegs. Aber so konnte man sich nur aneinander kauern und warten… warten, warten und warten. Man war das Warten langweilig!

So um halb 2 rum haben wir dann beschlossen das Ganze für uns abzubrechen. Wen ich hier eine Erkältung riskieren würde, würde mein Chef mich lünchen und ich wollte ja in ein paar Wochen noch zum richtigen Wandern an den Malerweg. Denn wie war unsere Aussicht auf die kommenden Stunden?

Wir würden im Regen weiterwandern, was ja nicht wirklich schlimm war, denn so waren wir wenigstens in Bewegung. Wir würden die nächsten 4 Kilometer eh wieder innerhalb einer Stunde schaffen und dann hieß es wieder WARTEN. Warten auf der Halde mit mehr Wind, mehr Regen und einen Sonnenaufgang den man wieder nicht sehen würde. Wieder dieses psychodelische Hörspiel und nicht einmal die Gelegenheit die Kamera auszupacken (keine Lust das die nass wird). Die Entscheidung viel also nicht schwer an dieser Stelle AUF WIEDERSEHEN zu sagen. Ich meldete uns bei Oli ab. Der arme tat mir sowas von leid und trotzdem hatte er noch eine super Laune.

Wir nahmen aber kein Taxi, sondern wanderten im Regen zurück zum Ausgangspunkt. Die 2 Kilometer waren ja nicht weltbewegend und da wir unterwegs noch Gesellschaft bekamen war der Rückweg sogar noch sehr unterhaltsam.

Ich hoffe es hat sich gestern keiner eine Lungenentzündung eingefangen und kann den Veranstaltern nur folgende Hinweise für eine Fortsetzung in 2012 geben:

  • Plant schlechtes Wetter mit ein.
  • Mehr Zelte, mehr Wärmequellen.
  • Weniger Pausen und wenn Pausen, dann mit Beschäftigung (Schnitzeljagd, Lagerfeuer mit Musik, etc.).
  • Längere Strecken damit man nicht eine Stunde läuft und dann wieder 5 Stunden Pause hat.
  • Späterer Beginn der Wanderung vielleicht von Vorteil.
  • Die Routen optimieren. Weniger Asphalt, mehr Abwechslung.
  • Das Hörspiel vielleicht nicht ganz so abgedreht gestallten oder mehr Animateure dazustellen. Bei uns war es sehr befremdlich und kaum einer hatte wirklich mitgemacht.

Die Idee nicht weiterzuentwickeln wäre wirklich schade, denn der Grundgedanke ist ein wirkliches Erlebnis! Zumindest bis zum Entschluss abzubrechen hatten wir einen tollen Abend.

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11 thoughts on “Haldensaga.

  1. Es wäre ja absolut falsch und sicherlich überheblich zu sagen, als hätte ich’s gewußt, aber als ich das erste mal davon las, dachte ich es ginge um eine Wanderung von 21.00 Uhr bis Mitternacht o.ä. Das man die ganze Nacht draußen verbringt (von unserem Deutschen Sommer mal ganz abgesehen) konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen. Das hat mich auch davon abgehalten auch nur annähernd an eine Teilnahme zu denken.

    Spätestens beim Punkt „Freut euch noch mehr! Juhu hoch 2!“ hätte ich schwer gezweifelt, ob ich wirklich weiter teilnehmen soll, denn sowas kann ich garnicht ab. Schade um die ansich gute Idee, vielleicht beim nächsten Mal doch wieder eine Festivität tagsüber.

    • Ja oder einfach mit mehr Programm drumherum. ich habe einen Artikel von einer anderen Tour gelesen, wo es was vom Grill gab und wo einer noch mit Gitarre durch die Nacht die Leute beschäftigte. Schade, dass man nichts Einheitliches hinbekommen hat. Bei 3.500 Teilnehmern und 10€ pro Person hätte ich mir schon mehr erwartet.

      Denke du hast alles richtig gemacht bei dem Sauwetter. ;)

  2. Irgendwie hatte ich es geahnt. Daher hatte ich mir auch kein Ticket für die „Haldensaga“ gekauft, sondern bin aus Interesse zum „Sonnenuntergang“ auf die Halde Beckstraße in Bottrop gegangen. Das „Radioballett“ war in der Tat ein Highlight, denn es wurde natürlich von Akteuren entsprechend kommentiert, so dass man es auch ohne Radio gut nachvollziehen konnte. Ihr habt zumindest noch das Glück gehabt, das Geleucht im eingeschalteten Zustand zu erleben, die Wanderer auf der Halde Beckstraße haben sich bereits zu einer Zeit auf den Weg zum nächsten Ziel gemacht, als die Lichtinstallation am Tetraeder noch gar nicht eingeschaltet war. Wobei die Zeit ja nicht drängte, man folglich durchaus so lange auf der Halde hätte warten können.
    Habe selbst schon Sonnenuntergänge auf einer Halde erlebt, die den Namen auch verdienen, und kann nur empfehlen, mal am Abend bei strahlend blauem Himmel auf eine Halde zu gehen, wenn die Sonne auch wirklich scheint. Es lohnt sich.

    • Ja Detlef, das haben wir uns dann in der Nacht auch überlegt. Wir werden die Halden in unserer eigenen Haldensaga noch einmal besuchen – bei schönerem Wetter. :) Da ich nicht aus der Region komme, war es schon schön mit Programm an die „Hand genommen“ zu werden. Aber naja…Versuch macht Kluch. :D

  3. Hallo,
    ich habe die Tour von Schurenbach nach Hoheward gemacht, mit denselben schlechten Erfahrungen. Stundenlanges Herumstehen in Regen und Kälte, nur 2 kleine Zelte für mehr als 100 Leute, keine Sitzgelegenheiten außerhalb, keine warmen Getränke. In den elend langen Pausen verschwanden die Guides zu ihren Pfadfinderkollegen, die Gruppe war auf sich allein gestellt. Auf der Hoheward tobten Sturm und Regen, 2 Stunden STANDEN viele Teilnehmer nach 20 km völlig durchnässt und halb erfroren in einem Sanitätszelt, das wegzufliegen drohte.
    Der Veranstalter hat sich disqualifiziert! Das schlechte Wetter wurde tagelang vorhergesagt, aber völlig ignoriert. Die Idee war gut, aber die Organisation erschreckend mies. Bei der Radioübertragung habe ich gestreikt. Kann man erwachsenen Menschen ernsthaft so etwas zumuten?
    Bloß keine Wiederholung, jedenfalls nicht mit diesen inkompetenten Verantwortlichen. Die sollten besser einen anderen Job machen. Schade um eine verpasste Chance!

    • Ich fand es auch erschreckend wie wenig Platz für die Leute da war. Man kann es ja an dem Bild vom „Basislager“ sehen.. Schade dass auch ihr die gleichen negativen Erfahrungen gemacht habt! Ich hoffe die Veranstallter nehmen sich die Kritik zu Herzen und werden beim nächsten Mal einiges besser machen… ich hoffe mal du hast dir keine Lungenentzündung oder dergleichen noch eingefangen!

  4. WIr haben die umgekehrte Tour gemacht, also die A1.

    Da ging es quer durch die Dong zur Halde Norddeutschland – landschaftlich ganz reizvoll.

    Aber auch dort war die Wartzeit sehr lang.

    An dieser Stelle meinen Dank an die jungen Pfadfinder, die heißen Tee verteilten und uns Asyl in ihrem Zelt mit einem stimmungsvoll und wirklich wärmdenden Feuer gewährten.

    Total durchgefroren ging’s dann um 23h runter Richtung Nachtrastplatz im Jungbornpark.

    Und als man dann so richtig wieder im Tritt war, aus dem Wind raus und es so langsam wieder warm unter der Regenjacke wurde, kam die Geschichtenerzähl-Station.
    Eindeutig zu früh.

    Ein Kilometer weiter wäre geschickter gewesen und vielleicht hätte man sie auch auf 2 Stationen verteilen können.

    Der Nachtrastplatz war bei unserer Ankunft voll und es gab keine Möglichkeit, 2 Stunden Wartzeit trocken zu verbringen.

    Hier brachen wir ab.

    Ohne Zweifel:
    Die Grundidee ist genial!

    Mein Vorschlag:
    Nicht soooo lange Pausen und vielleicht ein Termin etwas früher, so um die Sommersonnenwede und dann erst um 19 h beginnen.

    • Ja Brigitte, dann haben wir wohl an der gleichen Stelle beschlossen die Tour zu verlassen. Es war schon grausig, dass nicht alle Platz fanden in der Nacht bei dem Wetter.
      Unsere Pfadfinder hatten nur in ihrem Zelt langsam Feuerholz kleingeschlagen, geraucht und Kartenspielchen gespielt. Wenigstens die hatten ihren Spaß im Warmen.
      Mir schien es, als wäre denen ihre Aufgabe beim Event ziemlich egal gewesen…jedenfalls auf unserer Halde.

      Das mit der Sommersonnenwende hatte ich mir auch schon gedacht. :) Wäre eine gute Lösung, da die Nacht da auch nicht so lange ist, dass man da noch ein Nachtlager einrichten müsste. Bin mal gespannt ob die Idee noch eine Chance bekommen wird.

  5. Hallo Janine, mit den Pfadfindern haben wir leider die gleichen Erfahrungen gemacht. Die saßen bequem in Klappstühlen um das Feuer, kümmerten sich um nichts und niemanden, und die einzige freie Bank stand unter einer undichten Stelle(!) in der Kohte, da konnte niemand sitzen. Über das Feuer hätte man einen Hordentopf mit Tee hängen können – das hätte aber Arbeit gemacht. (Ich schreibe das nur ungerne, denn ich gehöre seit fast 50 Jahren dem Weltbund der Pfadfinderinnen an und bin eigentlich immer solidarisch mit allen Pfadfindern – aber das hier ging gar nicht!)
    Bei den netten Sanitätern im Wackelzelt (immerhin trocken und mit Strom versorgt) haben wir nach etwas Warmen gefragt – sie hätten das auch gut gefunden, durften aber nicht!!! War nämlich von der Organisation nicht vorgesehen.

    Noch etwas zum kulturellen Aspekt der Wanderung: Für mich als Süd-Ruhri war das eine unbekannte Welt; Rhein-Herne-Kanal und Emscher kannte ich nur vom Hörensagen. Aber es gab keinerlei Erläuterungen über das, was man vom Weg aus sah. Faszinierend die erleuchteten Werksanlagen – keine Ahnung, was das alles war, denn niemand wusste Bescheid. Das will ich den Guides gar nicht vorwerfen, aber dem Veranstalter, der für ortskundige Wanderführer hätte sorgen sollen.
    Etwas Positives habe ich aus dieser unerfreulichen Nacht gezogen: Die Landschaft (so weit ich sie sehen konnte) hat mich sehr beeindruckt. Bald wird es ausnahmsweise einmal eine Radtour in den Norden geben, denn ich möchte sehen, wo ich war und nachträglich viele Informationen sammeln. Tagsüber, versteht sich :-)

    • Irgendwie schon erschreckend wie es hier an Basissachen gemangelt hatte. Wenn man einen schon in so lange Pausen schickt, hätte man wirklich mit Warmen Sachen aufwarten sollen. Tee kostet ja nun auch nicht die Welt und 10€ hat das Radio sicherlich nicht gekostet. Selbst die Giudes und Geschichtenerzähler haben alles freiwillig gemacht – da ist kein Cent geflossen. Finde ich auch irgendwie traurig, weil sich einige ja doch wirklich Mühe in ihrer Gruppe gegeben hatten.

      Nicht nur für dich eine fremde Welt, auch für mich als Sächsin waren das alles fremde Gefilde. Aber der Oli unser Guide stammte aus Moers und war für Fragen immer zur Stelle. Da kann man ihm keinen Vorwurf machen. :) Ich hätte mir noch unterwegs mehr dieser Erzählstationen gewünscht. Aber GOOGLE ist ja dein Freund und Helfer, da werde ich mich auch noch so schlau machen. Die anderen Halden wollen wir dann nämlich auch mal zu Fuß, mal mit dem Rad noch abklappern (nicht zuletzt um unsere HALDENSAGA hier zu komplettieren). :) Bei Sonnenschein versteht sich!
      Wobei ich auch von den Fabrikanlagen in der Umgebung wunderschöne Nachtaufnahmen gesehen habe! Die meisten Industrieanlagen sind da nämlich auch beleuchtet. Da lohnt es sich wohl auch mit dem Rad mal des Nachts da entlang zu fahren. Da wünsche ich dir schon jetzt ganz viel Spaß! :D Viele tolle Bilder und Eindrücke. Dann war das Nachterlebnis ja wenigstens nicht ganz umsonst. :)

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